"Ich will mal was mit LEDs machen..."
...Aus diesem Satz ist mein Magnum Opus geworden...
Eine meiner liebsten Charaktere, mein technisch aufwendigstes Kostüm und
eine Vorlage für einen ganzen Roman plus eine ganze fiktive Welt, in der ihre Geschichte spielt.
Der Lightdancer Suit ist mein besonderes "Baby" und wird bis zum heutigen Tag immer wieder verbessert, erweitert und aufgehübscht.
(und repariert...)
Hier kannst du erfahren, wie Tessa Lightdancer sich über die Jahre entwickelt hat.
Tessa Lightdancer
Das Konzept lautete "Tanzkämpferin".
Ihr Design ist inspiriert von einem Drachen, einer Sci-Fi Rüstung aus einem Videospiel (wer es genau wissen will: Unterlings-Rüstung aus Ratchet & Clank: Nexus) und Catwoman (Michelle Pfeiffer Version!).
Außerdem hatte das Musikgenre "Synthwave" einen großen Einfluss auf ihre Entstehung.
In der Geschichte versuche ich sie immer sehr menschlich und feminin darzustellen, denn auch wenn sie ein "drachisches" Auftreten hat, so ist sie definitiv kein Monster.
Das Kostüm selbst entspricht allerdings noch dem etwas "drachenartigeren" Design des ursprünglichen Entwurfs.
Ich wollte ihr unbedingt Energiepeitschen als Waffe geben - das reale Vorbild hierzu waren die "Pixel Whips", die zum Tanzen verwendet werden. (Und natürlich der Einfluss von Catwoman)
Ihr ursprünglicher Name war Tesla Lightdancer - als Hommage an den Erfinder Nikola Tesla, ohne den unsere moderne Welt heute ganz anders aussehen würde (...und weil ich durch das Kostüm einen Haufen Strom durchjage...)
Aber wegen eventueller Probleme mit einer gewissen Automarke habe ich den Namen geändert - was sie aber gleich viel femininer macht :)
Im Buch ist sie ein virtuelles Wesen - ein Avatar mit Bewusstsein und einer menschlichen Seele - welches in der Lage ist, zwischen virtueller und realer Welt hin und her zu wechseln.
Ihr Körper in der realen Welt besteht aus einem speziellen Cyber-Material namens Synthium und zerfällt an der Außenluft, was öfter zu brenzligen Situationen führt...
Die LED-Streifen sind in der Geschichte "Energiestreifen" auf ihrer Rüstung, die sich je nach ihrer Laune und Kraftreserve verändern.
Flügel? Ernsthaft, jetzt?
JA! Diese Flügel sind ein komplett separates Teil, welches durch große versteckte Rucksack-Clips am Torso befestigt wird. Sie können daher jederzeit entfernt werden. In Teil drei der Lightdancer-Reihe spielen diese "Lichtflügel" tatsächlich eine Rolle - ebenfalls als separate Maschine, die an Tessas Rüstung befestigt wird.
Und ja: Ich wollte sie motorisiert haben!
Ich habe mich aus Platz-, Programmier- und Stromgründen dazu entschieden, nur einen Motor zu verwenden. Dafür ist dieser relativ stark - mit 20 kg Zugkraft für seine kleine Größe.
Leider ist an den Dingern einfach ALLES schwierig... von der Physik (oder ist es eher Geometrie...?) des beweglichen Unterbaus, über die Elektronik bis hin zur Stromversorgung. In einem Kostüm ist das natürlich schwierig unterzubringen.
Ich habe mich daher für einen eigenen, platzsparenden Entwurf aus einer umfunktionierten 3d-gedruckten Schleppkette mit "Seilzug"-Mechanismus entschieden.
Es ist ganz wichtig, dem Motor eine separate Stromversorgung zu geben, sonst fängt er an unkontrolliert rumzuzucken...
Die erste Variante der Schleppkette war zu fragil. Ich habe eine verstärkte designt, die nicht mehr auseinanderfallen kann. Außerdem habe ich nachträglich noch ein paar LEDs reingepackt (leider nicht auf dem Foto) - diese haben zwar keine Verbindung zum restlichen Kostüm, aber leuchten schön blau ;-)
Obwohl ich leichten Organza-Stoff für die "Flughaut" gewählt habe (In der Geschichte bestehen die Flügel aus purer Energie), hat der Motor doch einiges an Gewicht zu heben... Die Gesetze der Physik gewinnen am Ende einfach. Die Flügel bewegen sich deshalb nicht besonders weit, aber immerhin funktionieren sie.
Schau mir in die Augen...
Man sieht durch einen Trick normal nicht durch das Visier ins innere der Maske.
Nur im richtigen Licht (wie hier auf dem Foto) geht das. So war es bisher, aber dann kam mir plötzlich die zündende Idee....
...Displayaugen!
Die selbstständig blinzeln!
Es hat mich ein ganzes Wochenende gekostet, bis die Dinger funktionierten und das gemacht haben, was ich will, aber...
...es hat sich gelohnt!!!
Diese Augen verleihen dem Charakter noch viel mehr Lebendigkeit.
(Und jetzt weiß ich, wie sie funktionieren ;-)
6 Meter LED-Streifen... weil wenn scho, dann g'scheid!
In Tessa's Kopf habe ich eine "Cyberpunk"-Brille eingebaut, da sie eine Art Visier über den Augen trägt. Diese könnte zwar mit zwei Knopfzellen auch leuchten, aber leider sieht man dann überhaupt nicht mehr, wo man hinläuft... Weshalb ich sie lieber aus lasse.
Von Kopf über Schweif bis Fuß: 6 Meter LED Streifen!
Dieser Moment, wenn nach stundenlangem Löten alles leuchtet! :D
Veraltete und entfernte Features...
Tatsächlich hatte Tessa zuerst leuchtende Krallen. Sah zwar super aus, aber war ein totaler Mist...
Die Kabel haben gestört, die Kontakte haben sich durch die ständige Bewegung der Finger gelöst und jede Hand brauchte ein separates Batteriefach....
Die zweite Hand hatte außerdem eine selbst entworfene und gelötete Funkfernbedienung (die kleine Platine mit den Knöpfen).
Das ursprüngliche LED Programm hieß FastLED.
Es war etwas primitiv, lief auf einem Arduino und konnte nur ein paar vordefinierte Farbschemen, die ich händisch im Programmcode festlegen musste...
Das Programm ist nicht schlecht, ich habe viel dabei gelernt, aber ein Kollege gab mir später den entscheidenen Tipp... und der hieß WLED.
Tessa im "Standard-Modus" - hier noch mit FastLED.
Die Stromversorgung kam aus 8 D-Zellen Akkus und hielt je nach Programm grade mal zwei Stunden.
Auch der Glanz-Überzug auf den grauen ("Metall") Teilen ihrer Rüstung fehlt noch.
Einmal zur Drachen-Pediküre?
Ich war von Anfang an nicht 100%ig zufrieden mit den Schuhen aka Tessas Füßen. Das Problem: Ich habe sie mit drei Zehen entworfen (Ihre Füße erinnern mich an die Designs von "Disneys Gargoyles"). In einem Kostüm, bei dem ein darunterliegender Schuh versteckt werden muss, ist das aber nicht ideal. Also habe ich eine neue Variante mit etwas mehr "Polsterung" gebaut. Außerdem habe ich die Krallen durch eine schönere Form ersetzt. Ja, ich habe die kompletten Zehen, plus LEDs und Krallen neu gebaut. Ich hatte etwas Angst, mehr kaputt zu machen, als zu reparieren, bin aber im Nachhinein sehr zufrieden mit dem Ergebnis :)
Links das neue Design, rechts das alte.
Die Sache mit den Stacheln...
Ich wollte unbedingt beleuchtete Schweifstacheln haben.
Version 1 war ein zerschnittener PVC-Schlauch.
Sah super aus, aber der Kleber hat nicht gehalten, weshalb die Stacheln dauernd abfielen...
Version 2: Stacheln aus zusammengenähten Stücken einer alten durchsichtigen Tischdecke!
...Auch auf diesem Plastik hält der Kleber nicht...
Hey, ich hab doch nen 3D-Drucker!
Version 3: 3d-gedruckte Stacheln aus PLA-Filament.
Hier hält der Kleber endlich.
Die Stacheln sind jetzt zwar starr, aber recht stabil. Leider nicht unverwüstlich: Immer wieder ist einer abgebrochen...
Aktuelle Version 4:
Neue 3d-Gedruckte Stacheln aus TPU-Filament! TPU ist flexibel und gleichzeitig robust. Ich hoffe, dass jetzt nichts mehr brechen kann...
Außerdem konnte ich gleich das Design der Schweifspitze anpassen.
Metall: Vorher - Nachher
Das sind die neuen Handschuhe - ohne Beleuchtung, aber dafür wesentlich besser zu tragen!
Zuerst habe ich einfach nur Glanzlack verwendet für die grauen Teile...
Sah gut und metallisch aus, blätterte aber an den Kanten gern ab und hatte nicht den gewünschten Glanz.
Ich hab mich tatsächlich getraut und Epoxidharz über den Panzer gegossen. Ja, das glänzte sehr schön und schützte leicht den Moosgummi, aber war unregelmäßig und eine RIESEN Sauerei...
Durch Zufall kam ich auf die Idee, die grauen Teile mit glänzendem Lycra-Stoff zu überziehen.
Das war zwar unglaublich viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Endlich keine abblätternden Kanten mehr und ein einheitlicher "metallischer" Look!
Der "Undersuit"
Vorher bestand der "Undersuit" aus zwei Einzelteilen. Um den ganzen Lightdancer-Suit meinen neueren Konzeptzeichnungen von Tessa anzupassen, habe ich einen schwarzen Jumpsuit meinem Design entsprechend umgenäht.
Der "Undersuit" ohne Rüstung.
Ziel war es, den Eindruck eines "vollständigen" Wesens zu erzielen.
Bequemer zu tragen ist es dadurch auch geworden.
Das Zebramuster hat tatsächlich eine Funktion in Tessas Geschichte ^^